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Das Unternehmen

Geschichte

 

Die 420jährige Familien- und Firmentradition von J. J. Marx führt in die Glaubenskriege des ausgehenden Mittelalters zurück. Mit den Auswandererwellen aus der Wallonie im heutigen Belgien, den damals spanischen Niederlanden, kam auch der erste Marx nach Lambrecht: Bertrand Remacle, wie die Familie sich damals noch nannte, ehe Generationen später der Name über Marchs zu Marx eingedeutscht wurde.

Bertrand Remacle war, wie schon seine Vorfahren und wie seine Schicksalsgenossen, Fachhandwerker, denen das blutige spanische Regiment unter Margarethe von Parma und Gouverneur Herzog Alba de Alvarez im wallonischen Feintuchzentrum Lüttich und Verviers keine Bleibe bot, und die als Anhänger der calvinistischen Lehre in Massen flüchten mussten. Mit einem dieser Flüchtlingstrecks kam Bertrand Remacle nach Lambrecht; dort hatte der pfälzische Kurfürst - nicht ganz ohne Eigennutz - den wallonischen Feintuchmachern ein verlassenes Kloster als Unterkunft zugewiesen. Die Remacles sind in Lambrecht ab 1585 als Tuchmacher verbrieft.

Sie hatten zu allen Zeiten einen der größten Betriebe am Ort. Anfangs durch ihre Landesherren stark privilegiert, wurden sie wie alle nicht von den Rückschlagen verschont, die über die Jahrhunderte von Kriegen, Brandschatzungen, Entvölkerungen und Rezessionen ausgelöst wurden.

Trotzdem schaffte Marx mit einigen anderen im 19. Jahrhundert den Übergang zur Industrialisierung und verhalf seiner Sitzgemeinde zum Prädikat Tuchmacherstadt. Marx war in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts einer der letzten Betriebe, der unter dem Zwang der nach dem zweiten Weltkrieg veränderten wirtschaftlichen Verhältnisse die Produktion von Bekleidungsstoffen in Lambrecht einstellte, unter dem Namen Lanificio Lamberto nach Montemurlo in Italien verlegte und zuletzt aufgab.

Aber schon 1839, nachdem die erste Papiermaschine im Tal installiert worden war, hatte Marx sich auch mit der Herstellung von Filztüchern befasst. Vorübergehend wurde dieser Betriebszweig zwar nochmals eingestellt, aber ab 1896 mit dem Aufblühen der regionalen Papierindustrie umso intensiver wieder aufgenommen und zielstrebig ausgebaut.

Das Filztuchgeschäft war zu allen Zeiten eine individuelle "Maßschneiderei" für die speziellen Bedürfnisse der Verwendungsstellen in den papier- oder kartonerzeugenden Maschinen. Marx war von Beginn an dabei, als die Filztuchmacher sich zuerst in der Vereinigung Deutscher Filztuchfabriken und nach dem zweiten Weltkrieg in der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Filztuchfabriken auf nationaler Ebene zusammenfanden. Die Lambrechter Filztuchmacher arbeiteten von der ersten Stunde an auch auf europäischer Ebene in der Organisation der Filztuchindustrie in Europa mit.

Denn nur durch die stetige Aufgeschlossenheit gegenüber der rasanten textil- und maschinentechnologischen Fortentwicklung, durch Forschung, immer umfangreicheren Ausbau der Produktionskapazitäten für alle Bespannungsarten und -größen sowie durch gezielte Ausbildung des Personals war der Anschluss an die Erfordernisse des weltweit gewordenen Marktes zu halten.

Dabei hat Marx nach dem Zweiten Weltkrieg wieder einmal bei Punkt Null anfangen müssen. Zuweisungen von Grundstoffen und Kontingentierungen von Lieferquoten setzten zu Beginn sehr enge Grenzen. Inzwischen gehen Marx-Filze nicht nur in alle namhaften Papierfabriken des Inlandes, sie genießen auch auf dem Weltmarkt einen ausgezeichneten Ruf; jedes vierte Stück aus der Produktion der Filztuchfabrik Marx wird exportiert.

Marx heute: das ist ein mittelständischer Betrieb mit etwa 50 Beschäftigten, dem seine über 420 Jahre alte Tradition Verpflichtung ist. Marx ist zwar heute vor allem Hersteller von Papiermaschinenbespannungen, der Einzige in Rheinland-Pfalz, hat jedoch während der letzten Jahre erfolgreich neue Produkte für die Vlies- und Chemieindustrie entwickelt, sowie für andere Branchen, die Transportbänder mit besonderen Eigenschaften benötigen.

Ab dem 01.01.2000 wurden die Mitarbeiter noch wesentlich stärker als vorher in den Familienbetrieb eingebunden, in dem sie mehrheitlich am Unternehmen beteiligt wurden. Nach erfolgter Umgründung in eine Aktiengesellschaft erfolgte schließlich die Übernahme sämtlicher Marx-Aktien durch die Mitarbeiter im Jahr 2003. Dies sicherte vorhandene und schuf neue Arbeitsplätze, erhöhte die Motivation und förderte die Anstrengungen, der für  Kunden kompetenteste  Spezialist für technische Bespannungen und Filter zu sein.